Die Bibliothek als lebendiges Denkmal:
Bücher
sind das Gedächtnis der Menschheit Sie bewahren das Wissen um ihre
Erfolge, ihren Fortschritt, ihre Irrtümer, ihre Schuld. Sie halten
Ereignisse fest, nennen Namen und Daten, vermitteln Versöhnung.
Bücher prägen Kulturen; wer sie zerstört, zerstört
Kultur.
Das war die Absicht der Bücherverbrennung 1933: die
Zerstörung der jüdischen Kultur in Deutschland. Was damals
geschah, wartet noch heute auf einen Akt der Wiedergutmachung. Die
Errichtung einer jüdischen Bibliothek, die zugleich ein Mahnmal
ist, ist Teil eines solchen Aktes. Wie sollte eine solche Bibliothek
aussehen und welche Aufgaben sollte sie sich stellen?
Sie soll eine GEDENKBIBLIOTHEK sein, deren Aufgabe darin besteht, zu
sammeln und zu dokumentieren, was zu den Themen Antisemitismus und
Judenverfolgung geschrieben wurde – vom Erlebnisbericht bis zur
historischen Bewertung.
Sie soll eine INFORMATIONSBIBLIOTHEK sein, die Wissen vermittelt
um die historische und kulturelle Leistung der Juden in Deutschland und
in der Welt. Dieses Wissen ist die stärkste Waffe gegen den
Antisemitismus, der immer noch existiert.
Sie soll eine LITERARISCHE BIBLIOTHEK sein: Werke jüdischer
Autorinnen und Autoren (Philosophen, Dichter, Kritiker), die
während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden,
gehören zum unverzichtbaren Bestand.
Sie soll eine BIOGRAPHISCHE BIBLIOTHEK sein. Biographien geben den
Menschen, von deren Leben und Wirken sie berichten, ihren Platz in
unserem Geschichtsbewusstsein zurück.
Sie soll eine LERN- UND BEGEGNUNGSSTÄTTE sein. Hier soll geforscht
werden, Wissen angeboten und mit Veranstaltungen die persönliche
Vermittlung angeregt werden.
Zu den zukünftigen Aufgaben der Bibliothek soll gehören,
Autorinnen und Autoren, die in diesem Themenbereich tätig sind, zu
fördern, die Bearbeitung bisher unbeachteter Bereiche anzuregen
und für wichtige Veröffentlichungen eine finanzielle
Förderung sicherzustellen.

Bestand: mehr als 1000 Bücher und Zeitschriften in 9
Sachgebieten: Judentum allgem., Orte jüd. Lebens, Jüd.
Literatur, Biographien, Hebräische Lit., Juden und Christen,
Jüd. Kunst, Israel, Zeitschriften. Alle Bücher sind Spenden von Mitgliedern und Freunden des Vereins.
Information: Klaus Liewald, Tel. 02641/4016.
E-Mail:
schwlie@t-online.de.
Öffnungszeiten:
jeweils Freitag 17-18 Uhr
am: 27. Januar,
24. Februar, 30. März, 27. April, 25. Mai, 22. Juni, 31. August, 28.
September, 26. Oktober, 30. November, 14. Dezember.